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Begegnung gestalten

2020-04-30

Unser Leben ist voller Begegnungen. Manchmal fallen sie leicht, manchmal sind sie ein Wagnis. Begegnungen können Energie geben oder
auch niederdrücken.
An drei Winterabenden wollten wir gemeinsam entdecken wie wir unsere Begegnungen bewusst gestalten können, so dass sie uns selber und unserem Umfeld gut tun, ermutigen und stärken.

Meine Begegnungsform finden

An einem stürmischen Abend trafen sich rund 12 Personen in der Kapelle Heiligenschwendi. Es ging darum, die eigene Begegnungsform zu finden und dabei sich selber zu sein. Mit der Übung «Ich bin ein Boot» überlegten sich die Teilnehmenden einen anderen Zugang zu ihrer Art.

Wozu wurde das Boot/Schiff gebaut?
Was ist sein Ziel?
Was für Menschen sind auf dem Boot?
Wie ist die Umgebung?

Die Teilnehmenden wurden ermutigt, in ihrer eigenen Art den Menschen zu begegnen und dabei besonders auf zwei Dinge zu achten:

1. Menschen begegnen, auf die man sich freut und für die man Liebe hat.
2. Auf das achten, was uns vor die Türe gelegt wird. Nicht zu weit suchen.

Zum Schluss dieser ersten Einheit wurden die Teilnehmenden aufgefordert, bewusst Begegnungen zu wagen.
Alle notierten sich eine Person, mit der sie in der nächsten Zeit eine Begegnung suchen wollten.

Was kann ich teilen?

Am zweiten Abend wurde das Begegnen aufgrund des Corona-Virus bereits schwieriger. Das Teilnehmerfeld hatte sich zu einer kleineren Tischrunde gelichtet. In einer ersten Runde hörten wir ermutigende Beispiele von Begegnungen und tauschten auch über das aus was noch nicht gelungen war.

Anhand der Frage: Was ist in meinem Kühlschrank? schauten wir auf unsere Leidenschaft und Träume, was wir haben, gerne machen und gut können. Das gab interessante Einblicke in unsere «Kühlschränke». Die Teilnehmenden wurden ermutigt, das zu teilen und in Begegnungen einzubringen.
Es sind nicht immer grosse Projekte, die fruchtbar sind. Da wo Menschen, das was sie haben, teilen, kann etwas entstehen.
Zum Schluss wurden die Teilnehmer ermutigt, eine Zutat aus ihrem «Kühlschrank» zu notieren die sie bewusst in der kommenden Zeit teilen möchten.

Glaube und Begegnung

Der dritte Abend konnte leider nicht mehr stattfinden.
Trotzdem, oder gerade deshalb, schreibe ich ein paar Gedanken zu dem Thema auf.

Wir begegnen den Menschen als Christen mit dem Ziel, ihnen das Reich Gottes zu bringen.
Soll ich über meinen Glauben reden und jede sich bietende Gelegenheit nutzen oder lieber gar nichts sagen?

Bild des dritten Abends wäre «Becher und Eimer» gewesen.
Wenn uns jemand um einen Becher Wasser bittet, geben wir ihm einen, spüren ab, ob er auch noch einen zweiten möchte. Doch wir schütten nicht einen Eimer Wasser über ihn.
Jesus selber vergleicht den Glauben mit lebendigem Wasser. Ich kann das Wasser selber geniessen und anderen anbieten. Wo habe ich Gott gerade erlebt? Was kann ich erzählen, wie mich mein Glaube erfrischt und mir gut tut? Wo kann ich in meinen Begegnungen einen Becher Wasser anbieten?

John Wesley hat seine Mitstreiter aufgefordert: Bietet ihnen Christus an! Wenn wir den Menschen begegnen, kann es auch sein, dass sie uns fragen. Dann sollten wir bereit sein und entsprechend der Frage reagieren und antworten. Ihnen einen Becher füllen und sie nicht  überschütten mit all dem, was wir auch noch wichtig finden und gerne sagen möchten. Einfach wieder bereit sein für den nächsten Becher und vertrauen, dass das lebendige Wasser gut tut und wirkt.

Ich ermutige euch alle, auf die Fragen zu achten und den gefüllten Becher bereit zu stellen. (JoW)